Unbeliebte Haarbewohner oder Läuse-Alarm oder Laus adé

Nun also haben wir es auch mal erlebt, nach 24 Jahren Familien-Dasein besuchten uns die unliebsamen Haarbewohner nun einmal. Woher sie kamen, das kann man wohl im Nachhinein so genau nicht sagen, auf jeden Fall schrieb meine Schwester nach ihrem Besuch bei uns, wir sollten doch mal gucken…, tja und wie heißt es so schön?

Hochmut kommt vor dem Fall…

Ich dachte so, wir hatten noch nie welche und werden auch jetzt keine bekommen, guckte sicherheitshalber mal über die Köpfe und fand nichts…., als es zu kribbeln und jucken anfing, schoben wir es auf das tägliche Baden im See, welches immer einiges an Sand auf den Köpfen zurück lässt.

Doch das Jucken wurde immer mehr und bei einer weiteren Kopf-Kontrolle fand ich doch tatsächlich eine Laus….

Erste Maßnahmen:

Zuerst haben wir alle Bettwäsche abgezogen und alles samt Kuscheltieren der Waschmaschine übergeben, zusätzlich alle Woll-Klamotten in der Kühltruhe verstaut und dann ging´s ganz nach Freilerner-Manier erst einmal an´s Recherchieren…

Man mag mir Kauzigkeit vorwerfen aber ich wollte gern auf herkömmlich Laus adé -Produkte verzichten und so suchte ich zuerst, welche Hausmittel man denn nutzen könne. Ja, die Statistik für Hausmittel soll laut den offiziellen Angaben nicht so gut ausfallen aber

Versuch macht kluch…

Hausmittel bei Läusen

Haarspülung mit Apfel-Essig

Rezept:

  • 1 Teil Apfel-Essig
  • 3 Teile Wasser
  • bei Bedarf ätherische Öle (wirksam bei Läusen sind Eukalyptus, Geranium, Lavendel, Lemongras, Nelke, Oregano, Rosmarin, Thymian, Zimt, Zitrone)
  • Kanne oder anderen Behälter
  • Frischhaltefolie oder Plastik-Tüte

Anwendung:

Die Zutaten am einfachsten in einer Kanne miteinander vermischen, für ein größeres Wohlgefühl auf der Kopf-Haut haben wir warmes Wasser genommen. Wir haben die Köpfe über die Badewanne gehalten und die Mischung vorsichtig (damit nichts in die Augen und Ohren kommt) über den Kopf gegossen und dabei etwas in die Kopfhaut einmassiert, als die Mischung überall im Haar war noch ca. eine Minute weiter massiert, um die Haare danach mit Frischhalte-Folie einzuwickeln. Die Idee mit der Frischhalte-Folie kam uns spontan, da sich keine passenden Tüten anfanden und wir können das nur empfehlen, da man die Haare so schön dicht eingewickelt bekommt. Darüber kommt noch ein Handtuch und dann lässt man die Mischung mindestens 20 Minuten einwirken, wenn man es länger aushält, wirkt es besser.

Danach einfach mit warmen Wasser ausspülen und wenn man mag mit Shampoo auswaschen, bevor es ans Kämmen mit dem Nissen-bzw. Lausekamm geht. Um das Kämmen kommt man bei keiner Methode herum und die Kämme leisten wirklich gute Arbeit.

Am einfachsten ist es tatsächlich, die Haare in Viertel aufzuteilen, um systematisch vorgehen zu können. Das Kämmen wird enorm vereinfacht und die Wirkung der Spülung noch verstärkt, wenn man sich selbst ein öliges Haarspray herstellt.

Rezept:

  • 1 Teil Kokosöl (wenn man kein fraktioniertes hat, geht auch normales, allerdings sollte man es schmelzen 😉 )
  • 2 Teile Avocado-Öl
  • ätherische Öle (bewährt hat sich bei uns 10 Tr. Eukalyptus citriodora, 10 Tr. Lavendel und 5 Tr. Geranium auf 50 ml Öl)
  • eine Sprüh-Flasche (wir haben einfach eine gekaufte wiederverwendet)

Mit einer Pump-Sprühflasche lässt sich die Mischung sehr einfach auf das Haar sprühen, man kann dann diese noch etwas einmassieren oder einfach mit dem Kamm verteilen. Das Ölige aus dem Haar geht natürlich nicht ganz so schnell wieder weg aber es ist sehr effektiv gegen die Läuse. Diese atmen durch Tracheen und würden daher laut gängigem Kenntnis-Stand frühestens nach 4 Stunden im Wasser ertrinken, da Öl aber andere Fleiß-Eigenschaften hat und besonders Kokos- und Avocado-Öl sehr kriechende Öle sind, verstopfen sie die Tracheen ziemlich zuverlässig. Man kann die Mischung auch auf Kissen etc. sprühen, wenn man sich nicht an öligen Flecken stört… 

Ein weiteres sehr wirksames ätherisches Öl bei Läusen ist Zedernholzöl, wir haben mit diesem und mit Lavendelöl immer wieder zwischendurch den Läusekamm eingerieben. Man kann auch ein paar Tropfen davon in das Weichspülfach der Waschmaschine geben, dann wird die Wäsche damit beduftet.

Es scheint tatsächlich so, dass die Läuse den Geruch der aufgeführten ätherischen Öle nicht leiden können, denn sie kamen plötzlich aus ihren Verstecken hervor und wir konnten sie leicht auskämmen.

Rückblickend nach einer intensiven Woche Laus-Behandlung kann ich nur sagen, dass die Hausmittel bei uns sehr wohl geholfen haben, allerdings war es schon sehr zeitaufwendig, da wir die erste halbe Woche alle 2 Tage mit der Essig-Spülung die Haare behandelt haben und die komplette Woche morgens und abends die Haare mit Haarspray besprüht und Lausekamm gründlich gekämmt haben. Nach einer Woche haben wir das Kämmen auf einmal täglich reduziert, werden das aber noch mindestens eine weitere Woche beibehalten, um sicherzustellen, dass auch die letzte Laus das Weite gesucht hat.

Weiterhin haben wir neue Erkenntnisse gesammelt, nämlich, dass wir die Wollklamotten gar nicht hätten einfrieren müssen, da laut Recherche, die Läuse entfernt von Kopfhaut maximal 48 Stunden überleben, allerdings schon nach 8 Stunden nicht mehr in der Lage sein sollen, Blut zu zapfen, da sie so entkräftet sind. Daher reicht es vollkommen aus, die Klamotten mindestens 48 Stunden zu lüften und nicht zu benutzen, um einen Neubefall zu vermeiden, denn Nissen brauchen unbedingt die Wärme der Kopfhaut, um sich zu entwickeln.

Da Bürsten und Kämme allerdings im Dauer-Einsatz sind, frieren wir diese zwischendurch zusätzlich zur Öl-Behandlung ein.

 

Wenn Du noch Fragen hast, schreib mir gern! 

Quellenangaben für die ätherischen Öle:

aetherische-oele.net

 

Über: Mirjam

glücklich verheiratet und leidenschaftliche (Trage-) Mama von 4 Söhnen und 7 Töchtern (und 7 Himmelsbabys), ein bisschen verrückt, immer auf der Suche nach alternativen Wegen und dadurch ständig aneckend, gern barfuß, strickend, nähend, improvisierend und am liebsten draußen unterwegs